An die Einsamkeit

Mozart, Wolfgang Amadeus

Sei du mein Trost, verschwiegene Traurigkeit!

Ich flieh' zu dir mit so viel Wunden,

Nie klag' ich Glücklichen mein Leid:

So schweigt ein Kranker bei Gesunden.

O Einsamkeit! Wie sanft erquickst du mich,

Wenn meine Kräfte früh ermatten!

Mit heißer Sehnsucht such' ich dich:

So sucht ein Wandrer, matt, den Schatten.

Hier weine ich. Wie schmähend is der Blick,

Mit dem ich oft bedauert werde!

Jetzt, Tränen, hält euch nichts zurück:

So senkt die Nachttau auf die Erde.

O daß dein Reiz, geliebte Einsamkeit!

Mir oft das Bild des Grabes brächte:

So lockt des Abends Dunkelheit

Zur tiefen Ruhe schöner Nächte.