Die Verschweigung

Mozart, Wolfgang Amadeus

So bald Damötas Chloën sieht,

So sucht er mit beredten Blicken

Ihr seine Klagen auszudrücken

und ihre Wange glüht.

Sie scheinet seine stillen Klagen

Mehr als zur Hälfte zu versteh'n,

Und er ist jung, und sie ist schön:

Ich will nicht weiter sagen.

Vermißt er Chloën auf der Flur,

Betrübt wird er von dannen scheiden;

Dann aber hüpft er voller Freuden,

Entdeckt er Chloën nur.

Er küßt ihr unter tausend Fragen

Die Hand, und Chloë läßt's gescheh'n,

Und er ist jung, und sie ist schön:

Ich will nichts weiter sagen.

Sie hat an Blumen

ihre Lust,

Er stillet täglich ihr Verlangen;

Sie klopft schmeichelnd ihm die Wangen,

Und steckt sie vor die Brust.

Der Busen bläht sich, sie zu tragen,

Er triumphiert, sie hier zu seh'n;

Und er ist jung, und sie ist schön:

Ich will nichts weiter sagen.

Wenn sie ein kühler, heitrer Bach,

Beschützt von Büschen, eingeladen,

In seinen Wellen sich zu baden,

So schleicht er listig nach.

In diesen schwülen Sommertagen

Hat er ihr oftmals zugeseh'n,

Und er ist jung, und sie ist schön:

Ich will nichts weiter sagen.