Die Wasserfahrt

Mozart, Wolfgang Amadeus

Bei der stillen Mondeshelle

Treiben wir mit frohem Sinn

Auf dem Bächlein, ohne Welle,

Hin und her, und her und hin.

Schifflein! gehst, und kehrest wieder

Ohne Segel, ohne Mast;

Bächlein! trägst uns auf und nieder,

Spielend mit der kleinen Last.

Nichts zu fürchten, nichts zu meiden

Ist, so weit das Auge sieht.

Flüstert leis', ihr jungen Weiden!

Mädchen! singt ein Abendlied.

Denn zu Ruhm und eiteln Schätzen

Lockt uns nicht das ferne Meer;

Suchen friedlich nur Ergötzen,

Schwimmen unbekannt umher.

Unsers Lebens schönste Freuden

Schaffet weder Ruhm noch Gold.

Seid genüglich, seid bescheiden:

Freude lächelt dann euch hold.

Mit des Schönen Wohlgefallen

Sei des Willens Kraft gepaart;

Sanft, wie dieses Schiffleins Wallen

Dünkt euch dann die letzte Fahrt.