Die Zufriedenheit
Mozart, Wolfgang Amadeus
Was frag' ich viel nach Geld und Gut,
Wenn ich zufrieden bin!
Giebt Gott mir nur gesundes Blut,
So hab' ich frohen Sinn,
Und sing' aus dankbarem Gemüth
Mein Morgen- und mein Abendlied.
So mancher schwimmt im Überfluß,
Hat Haus und Hof und Geld;
Und ist doch immer voll Verdruß
Und freut sich nicht der Welt.
Je mehr er hat, je mehr er will,
Nie schweigen seine Klagen still.
Da heißt die Welt ein Jammerthal
Und deucht mir doch so schön, --
Hat Freuden ohne Maaß und Zahl, --
Läßt Keinen leer ausgehn.
Das Käferlein, das Vögelein
Darf sich ja auch des Mayen freu'n.
Und uns zu Liebe schmücken ja
Sich Wiese, Berg' und Wald,
Und Vögel singen fern und nah
Daß alles wiederhallt;
Bei Arbeit singt die Lerch' uns zu,
Die Nachtigall bey süßer Ruh.
Und wenn die goldne Sonn' aufgeht,
Und golden wird die Welt,
Und Alles in der Blüthe steht,
Und Ähren trägt das Feld;
Dann denk' ich: alle diese Pracht
Hat Gott zu meiner Lust gemacht.
Dann preis' ich Gott, und lob' ich Gott
Und schweb' in hohem Muth.
Und denk'! Es ist ein lieber Gott,
Und meynt's mit Menschen gut!
Drum will ich immer dankbar seyn,
Und mich der Güte Gottes freun.