Die Zufriedenheit im niedrigen Stande

Mozart, Wolfgang Amadeus

Ich trachte nicht nach solchen Dingen,

Die hoch und zu gefährlich sind;

Mein Geist sucht nirgend durchzudringen,

Al wo er leichte Bahne findt.

Ich ruhe sanft bis an den Morgen,

Wenn mancher, welcher voller Sorgen

Nach eitler Hoffnung ängstlich ringt,

Der blinden Göttin Weihrauch bringt.

Ich merke, dass in unserm Leben

Was Göttliches mit unter spielt;

Wer sich will zu den Sternen heben,

Und diesen Trieb nicht bei sich fühlt,

Muss endlich gar ein Spott auf Erden,

Ja, sich selbst Höll und Henker werden:

Weil der, der sich am meisten quält,

Zuerst oft seinen Zweck verfehlt.

Wer will, mag in den Lüften fliegen,

Mein Ziel erstreckt sich nicht so weit;

Ich lasse mich mit dem begnügen,

Was nicht bemüht und doch erfreut.

Ein and'rer mag sich knechtisch beugen,

Um desto höher aufzusteigen;

Ich neid' ihm nicht in meinem Sinn,

Und bleibe gerne, wer ich bin.