Einsam bin ich, meine Liebe
Mozart, Wolfgang Amadeus
Einsam bin ich, meine Liebe,
Denke dein, und härme mich!
Wie ist mir die Welt so trübe,
Wie so traurig ohne dich!
Hier, wo keine Seele lauschet,
klag' ich mit der Nachtigall,
und in meine Klage rauschet
trauriger der Wasserfall.
Aus verschränkten Buchenreisen
girrt der Tauber seine Pein,
Amseln singen ihre Weisen
aus dem Tannenbaum darein.
Grillen zirpen aus dem Moose,
das mir keine Blum' erzieht,
als die kleine, stille Rose,
die in nasser Röte blüht.
Ach, Elisens süßes Bildnis!
Diese Träne weih' ich dir!
Sei in dieser öden Wildnis,
sei ein Bild Elisens mir!
So auf stiller Flur verlassen,
härmt im Stillen sie sich ab,
so wie deine Blätter, blassen
ihre sanften Wangen ab.
O ich sehe sie, und düster
ist ihr holdes Angesicht;
in das leise Heimgeflüster
mischt sich ihre Stimme nicht.
Alles mahnet sie des Glückes,
das uns hier vorüberschwand,
alles hier des Missgeschickes,
das von ihr mich weggebannt.
Weine nicht! Ein Tag vereinet
bald auf ewig mich mit dir!
Dann, o meine Liebe, weinet
nur der Liebe Glück aus mir.
Schöner, wie nach Maienregen
eine Blumenwiese lacht,
blickt uns dann der Tag entgegen,
der uns ewig glücklich macht.