Lied der Freiheit
Mozart, Wolfgang Amadeus
Wer unter eines Mädchens Hand
Sich als ein Sklave schmiegt,
Und, von der Liebe festgebannt,
In schnöden Fesseln liegt,
Weh' dem! der ist ein armer Wicht,
Er kennt die gold'ne Freiheit nicht.
Wer sich um Fürstengunst und Rang
Mit sau'rem Schweiss bemüht,
Und eingespannt sein Lebenlang,
Am Pflug des Staates zieht,
Weh' dem! der ist ein armer Wicht,
Er kennt die gold'ne Freiheit nicht.
Wer um ein schimmerndes Metall
Dem bösen Mammon dient,
Und seiner vollen Säcke Zahl
Nur zu vermehren sinnt:
Weh' dem! der ist ein armer Wicht,
Er kennt die gold'ne Freiheit nicht.
Doch wer dies Alles leicht entbehrt,
Wonach der Thor nur strebt,
Und froh bei seinem eig'nen Heerd
Nur sich, nie Andern, lebt,
Der ist's allein, der sagen kann:
Wohl mir, ich bin ein freier Mann!