Bastien und Bastienne

Mozart, Wolfgang Amadeus

Responsief blok lib/tran/syn

Bastien und Bastienne Libretto

BASTIENNE, eine Schäferin (Sopran)

BASTIEN, ihr Geliebter (Tenor)

COLAS, ein vermeintlicher Zauberer (Bass)

SYSTEMOuvertüre

Der Vorhang geht auf.

SYSTEMERSTER AUFTRITT

Die Bühne stellt ein Dorf dar, mit der Aussicht aufs Feld.

SYSTEMNr. 1 - Arie

BASTIENNEMein liebster Freund hat mich verlassen,

BASTIENNEMit ihm ist Schlaf und Ruh' dahin.

BASTIENNEIch weiss vor Leid mich nicht zu fassen;

BASTIENNEDer Kummer schwächt mir Aug und Sinn.

BASTIENNEVor Gram und Schmerz erstarrt das Herz,

BASTIENNEUnd diese Not bringt mir den Tod.

BASTIENNEDu fliehest von mir Bastien? Du verlast deine Geliebte? Oh! das ist keine Art. Deine Treue gehöret mir. Ich habe dein Wort; und du vergisst dein Versprechen? Mein Bastien verlässt mich? Ich rufe ihn ohne Unterlass aber vergebens. So oft ich an in denke muss ich weinen; und ich denke an nichts als an ihn. Der Treulose! um eines hübschen Gesichtes willen kehrt er mir den Rücken? O Schmerz! Arme Liebe … gute Nacht!

SYSTEMNr. 2 - Arie

BASTIENNEIch geh jetzt auf die Weide,

BASTIENNEBetäubt und ganz gedankenleer.

BASTIENNEIch seh zu meiner Freude

BASTIENNENichts als mein Lämmerheer.

BASTIENNEAch! ganz allein

BASTIENNEVoller Pein

BASTIENNEStets zu sein,

BASTIENNEBringt dem Herz

BASTIENNENur Qual und Schmerz.

SYSTEMZWEITER AUFTRITT

SYSTEMNr. 3 - Auftritt des Colas (Orchester)

Colas kommt von einem Hügel und spielt auf dem Dudelsack.

SYSTEMNr. 4 - Arie

COLASBefraget mich ein zartes Kind

COLASUm sein zukünft'ges Glücke,

COLASLes' ich das Schiksal ihm geschwind

COLASAus dem verliebten Blicke.

COLASIch sehe, bloss des Liebsten Gunst

COLASKann zum Vergnügen taugen.

COLASWie leicht wird mir die Zauberkunst

COLASBei zwei verliebten Augen.

BASTIENNEGuten Morgen, Herr Colas! Wollest du mir vohl einen Gefallen erweisen?

COLASJa, mit Freuden, mein Herzchen! Lass hören was verlangst du von mir?

BASTIENNEIch wunsche ein Mittel gegen den Kummer, der an mir nagt. Du, als Zauberer, kannst mir sicher ein unfelbares rathen.

COLASJa, ganz gewiss. Duhattest dich an keinen besser wenden konnen. O potz Stern! ich besitze wunderbare Geheimnisse, zwei schönen Augen Glück zu prophezeien.

BASTIENNEAber Herr Colas, ich habe kein Geld. Du musst dich schon mit diesen Ohrringen begnügen, die ich dir schenke. Sie sind von klarem Golde.

COLASGeh', meiner Tocher, mit deinen Ohrringen.

BASTIENNEWie? Du willst sie verschmähen?

COLASBei einem so hübschen Kinde, wie du bist, nehme ich mit ein paar Busserln vorlieb.

Er will sie umarmen.

BASTIENNENicht, nicht, Herr Colas! Alle meine Busserl sind für den Bastien aufgehoben. Sei so gut und erlaube, dass ich von meiner Heirath mit dir rede. Was rathest du mir? Soll ich sterben?

COLASSterben, su jung? Ei, bei Leibe nicht; das wäre ewig schade.

BASTIENNEAber alle Leute sagen, dass mich Bastien verlassen hat.

COLASAch, mach dir desswegen keinen Kummer.

BASTIENNESollte es moglich sein? O Glück! so hält er mich noch für schön?

COLASEr liebt dich vom Grunde der Seele.

BASTIENNEUnd doch ist er mir untreu?

COLASDein Bastien ist nur ein wenig flatterhaft. Sei ohne Sorgen, mein liebes Kind! Deine Schönheit halt ihn fest.

BASTIENNEAber wenn er einmal mein Mann werden sollte? O, zum Geier! so will ich mit keiner andern theilen, weisst du das?

COLASSei ruhig! Dein gelieber Gegenstand ist gar nicht ungetreu. Er leibt nur den Aufputz.

BASTIENNEDen Aufputz? Hat ihn wohl jemand besser ausstaffirt als ich?

SYSTEMNr. 5 - Arie

BASTIENNEWenn mein Bastien einst im Scherze

BASTIENNEMir ein Blümchen sonst entwand,

BASTIENNEDrang mir selbst die Lust durchs Herze,

BASTIENNEDie er bei dem Raub empfand.

BASTIENNEWarum wird er von Geschenken

BASTIENNEEiner andern jetzt geblendt?

BASTIENNEAlles, was nur zu erdenken,

BASTIENNEWard ihm ja von mir gegönnt.

BASTIENNEMeiereien, Feld und Herden

BASTIENNEBot ich ihm mit Freuden an.

BASTIENNEJetzt soll ich verachtet werden,

BASTIENNEDa ich ihm so viel getan.

COLASO, die Edelfrau vom Schlosse weiss ihn noch besser zu verpflichten. Um ihn an sich zu ziehen, erwidert sie seine Höflichkeiten mit den köstlichsten Geschenken. Kann es wohl an Liebhabern fehlen, wenn man die Neigungen bezahlt?

SYSTEMNr. 6 - Arie

BASTIENNEWürd ich auch wie manche Buhlerinnen

BASTIENNEFremder Schmeicheleien niemals satt,

BASTIENNEWollt ich mir ganz leicht das Herz gewinnen

BASTIENNEVon den schönsten Herren aus der Stadt.

BASTIENNEDoch nur Bastien reizt meine Triebe,

BASTIENNEUnd mit Liebe wird ein andrer nie belohnt.

BASTIENNEGeht, geht, geht! sag ich,

BASTIENNEGeht und lernt von meiner Jugend,

BASTIENNEDass die Tugend

BASTIENNEAuch in Schäferhütten wohnt.

COLASGieb dich, zufrieden! Ich bin Bürge für deinen Wetterhahn. Er wird zurückkehren, ich stehe dir, fafür. Aber du musst dir eine andre Art angewöhnen, ihn zu behandeln. Du musst ein wenig arglistig, spasshaft und leichsinnig werden. Ein Liebhaber wird zur Beständigkeit nicht leicter, als durch Scherz und Fopperei gebracht.

BASTIENNEDas wird schwerhalten. Wenn ich ihn sehe, verliere ich gliech Sprache und Stimme. Ich schau'nur ob meine Aermel weiss sind, ob Schuh und Strümpfe sauber sind und ob das Kräuschen recht in die Falten gelegt und das Mieder gerad' eingeschnürt ist, ob mein Rock sich wohl ausbreitet.

COLASDas taught nichts mein Kind. Einen Unbeständigen zurecht zu bringen, muss man selbst ein wenig flatterhaft scheinen. Man muss sich stellen vor dem Liebsten zu feilhen, wenn man sich gleich herslich nach ihm sehnt. Schau', das ist die rechte Art; so machen es die Damen in der Stadt.

SYSTEMNr. 7 - Duett

COLASAuf den Rat, den ich gegeben,

COLASSei, mein Kind, mit Fleiss bedacht.

BASTIENNEJa, ich werde mich bestreben,

BASTIENNEJa, mein Herr, bei Tag und Nacht.

COLASWirst du mir auch dankbar leben?

BASTIENNEJa, mein Herr, bei Tag und Nacht.

COLASO die Unschuld! dir zum Glücke

COLASMeide jetzt die finstern Blicke,

COLASNimm ein muntres Wesen an.

BASTIENNEJa, mein Herr, so gut ich kann!

Sie geht ab.

SYSTEMDRITTER AUFTRITT

COLASDieses Liebhaberpaar ist wahrlich ein rechtes Wunderwerk. Dergleichen Unschuld wird man schwerlich anderswo als auf dem Lande finden. In der Stadt ist man schon im Weissbändel witziger und die Tocher weiss oft mehr als die Mutter. Doch da kommt unser Liebhaber, dieser angenehme Gegenstand, welchen man den Junken vorzieht. Ihr eingebildeten Herzensbezwinger! Ihr gespreitzten Jungfernknechte! Das ist eine treffliche Lection für euch. Eure Schönen laufen den Bauer nach, da man euch, gnädige Herren, kaum über due Achsel anschaut.

SYSTEMVIERTER AUFTRITT

Bastien tritt auf

SYSTEMNr. 8 - Arie

BASTIENGrossen Dank dir abzustatten,

BASTIENHerr Colas, ist meine Pflicht;

BASTIENDu zerteilist des Zweifels Schatten

BASTIENDurch den weisen Unterrricht.

BASTIENJa, ich wähle die zum Gatten,

BASTIENDie des Lebens Glück verspricht

BASTIENIn den angebot'nen Schätzen,

BASTIENBastiennes Lieblichkeit

BASTIENMacht mich mehr als Gold erfreut.

COLASEs freut mich, dass du endlich zu dir selber kommst, dass du der leeren Schmeicheleien satt bist und meinem Zureden einmal nachgiebst. Doch du folgst meinem Rath zu spät; das Weinlesen ist schon vorbei.

BASTIENWie? Das Weinlesen ist vorbei? Was will das heissen?

COLASMan hat dir den Abschied gegeben.

BASTIENGeh! du hast Lust mich zu foppen. Meine Bastienne sollte mir ihr kleines liebes Herz enziehen? Nein, dazu ist sie zu zärtlich. Sie gibt es gewiss keinem Andern.

COLASWenn sie es nicht giebt, so lässt sie sichs doch nehmen.

SYSTEMNr. 9 - Arie

BASTIENGeh! Du sagst mir eine Fabel.

BASTIENBastienne trüget nicht.

BASTIENNein, sie ist kein falscher Schnabel,

BASTIENWelcher anders denkt als spricht.

BASTIENWenn mein Mund sie herzig nennet,

BASTIENHält sie mich gewiss für schön,

BASTIENUnd wenn sie vor Liebe brennet,

BASTIENMuss die Glut von mir entstehn.

COLASDas kann sein; aber genug, dass deine Geliebte einen andern Ambeter hat. Er ist höflich, artig, reich und leibenswürdig.

BASTIENEi der Henker! Wie sollte das zugegangen sein? Und woher weisst du das?

COLASAus meiner Kunst.

BASTIENAus deiner Kunst?

COLASFreilich.

BASTIENNESoll ich es glauben? Ist das wahr?

COLASLeider! es ist nur allzuwahr. Armer Nachbar! Du wirst es schon enfahren.

BASTIENO potztausend! wie bin ich so unglücklich!

COLASDu siehst, dass es nicht allezeit gut, ein schöner Knabe zu sein. Man will Annelmlichkeiten und Rechthürmer, alles um Ueberfluss haben; und ein einziger guter Tag zieht oft hundert böse nach sich.

BASTIENDas is schrecklich für mich. Ich bin darüber ganz ausser mir. Liebster Herr Colas! weisst du kein Geheimniss, meine geliebte Bastienne wieder zu bekommen?

COLASArme Kinder! ihr dauert mich, Ich sehe nichts lieber, als wenn die Leute sich gut mit einander vertragen. Warte einen Augenblick! Ich will mich in meinem Zauberbuche nach deinem Schicksal erkundigen.

Er zieht aus seinem Schnappsack ein Buch hervor und macht während des Lesens allerlei Gesten, worüber Bastien in Furcht gerät.

SYSTEMNr. 10 - Arie

COLASDiggi, daggi,

COLASschurry, murry,

COLAShorum, harum,

COLASlirum, larum,

COLASraudi, maudi,

COLASgiri, gari,

COLASposito,

COLASbesti, basti,

COLASsaron froh,

COLASfatto, matto,

COLASquid pro quo.

furchtsam

BASTIENIst die Hexerei zu Ende?

COLASJa, tritt nur näher! Tröste dich, du wirst deine Schäferin wieder sehen.

BASTIENOhne Zweifel, wenn du kein Hackstock bist. Geh' und nimm dein wahres Glück besser in Acht als bisher.

Er geht ab.

SYSTEMFÜNFTER AUFTRITT

SYSTEMNr. 11 - Arie

BASTIENMeiner Liebsten schöne Wangen

BASTIENWill ich froh aufs neue sehn;

BASTIENBloss ihr Reiz stillt mein Verlangen,

BASTIENGold kann ich um sie verschmähn.

BASTIENWeg mit Hoheit, weg mit Schätzen!

BASTIENEure Pracht wirkt nicht bei mir.

BASTIENNur ein Mädchen kann ergötzen

BASTIENHundertmal noch mehr als ihr.

BASTIENWuch'rer, die bei stolzen Trieben

BASTIENBloss das Selt'ne sonst entzückt,

BASTIENWürden ihre Unschul lieben,

BASTIENSchätzen sich durch sie beglückt.

BASTIENDoch umsonst, hier sind die Grenzen,

BASTIENSie ist nur für mich gemacht,

BASTIENUnd mit kalten Reverenzen

BASTIENWird der Reichtum hier verlacht.

SYSTEMSECHSTER AUFTRITT

BASTIENDa ist sie… Soll ich ihre Blicke fliehen? Nein, wennich davon laufe, verliere ich sie ganz und gar.

BASTIENNEDer Undankbare! Er hat mich gesehen. Ah! wie klopft mir das Herz.

BASTIENPotztausend! Ich weiss nicht, was ich thun oder lassen soll.

BASTIENNEO weh! ohne daran zu denken, laufe ich ihm ion den Weg.

BASTIENEs sei gewagt! Ich will fei mit ihr reden…Sieh' da, bist du zügegen? Schau, ich bin auch da… Aber wie? Warum so betreten? Was fehlt dir? Was machst du für Gesichter?

BASTIENNEWer bist du? Geh! ich kenne dich nicht.

BASTIENWas sagst du? Ach, Bastienne! betrachte mich doc; kennst du denn deinen Bastien nicht mehr?

BASTIENNEDu wärest mein Bastien? O nein, der bist du nimmer.

SYSTEMNr. 12 - Arie

BASTIENNEEr war mir sonst treu und ergeben,

BASTIENNEMich liebte Bastien allein,

BASTIENNEMein Herze nur war sein Bestreben,

BASTIENNENur ich, sonst niemand nahm ihn ein.

BASTIENNEDas schönste Bild gefiel ihm nicht,

BASTIENNEAuf mich nur war sein Blick gericht,

BASTIENNEIch konnt vor andern allen

BASTIENNEIhm reizen, ihm gefallen.

BASTIENNEAuch Damen wurden nicht geschätzt,

BASTIENNEDie oft sein Blick in Glut gesetzt.

BASTIENNEWenn sie Geschenke gaben,

BASTIENNEMusst ich dieselben haben;

BASTIENNEMich liebte er, nur mich allein.

BASTIENNEDoch nun will er sich andern weihn,

BASTIENNEVergebens die sonst süssen Triebe

BASTIENNEUnd wird ein Flattergeist.

BASTIENO sich sehe schon, was dich verdriesst. Du glaubst, ich habe mich verandert; allein du irrst. Es war ein kleiner Hexenschuss von einem gewissen Poltergeiste, aber der wackere Colas hin schon vertrieben.

BASTIENNELeere Entschuldigung! Wenn du verhext warst, so bin ich verzaubert, und bei mir ist alle Kunst des guten Colas vergebens. Ja, Bastien für ein Uebel wie das meinige, giebt es gar kein Mittel.

BASTIENHeirathe! Der Ehestand heilt alle Zaubereien. Das beste Mittel ist ein Mann.

BASTIENNEEin schöner Rath! Der Ehestand allein macht schon viel Sorgen. Kommt nun noch ein treuloser Mann dazu, so werden Noth und Kummer unerträglich. Und das sollte ein Heilmittel sein?

BASTIENGut, wenn du eigensinnig bist, so thue, was du willst.

SYSTEMNr. 13 - Duett

BASTIENGeh hin!

BASTIENDein Trotz soll mich nicht schrecken.

BASTIENIch lauf aufs Schloss,

BASTIENDas schwör ich dir,

BASTIENUnd will der Edelfrau entdecken,

BASTIENMein Herz gehöre gänzlich ihr.

BASTIENLässt sie wie sonst sich zärtlich finden,

BASTIENWill ich mich gleich mit ihr verbinden.

BASTIENNEIch will!

BASTIENNEIch will mich in die Stadt begeben,

BASTIENNEAnbeter treff ich da leicht an:

BASTIENNEWie eine Dam' will ich dort leben,

BASTIENNEDie hundert Herren fesseln kann.

BASTIENIch werd in Gold und Silber prahlen,

BASTIENUnd eine Liebste voller Pracht

BASTIENWird die Gewogenheit bezahlen,

BASTIENWodurch mein Blick sie glücklich macht.

BASTIENMir ihre Schätze zu verbinden,

BASTIENSoll sie mich gar nicht spröde finden.

BASTIENNEDen Schönen sind die Kostbarkeiten

BASTIENNEIn Städten zu erwerben leicht.

BASTIENNEEs braucht, um selbe zu erbeuten,

BASTIENNENichts, als dass man sich freundlich neigt.

Beide thun, als wollten sie fortgehen, kommen aber immer zurück.

BASTIENNESieh' da! bist du noch hier? Ich dachte, du wärest schon über alle Berge.

BASTIENIch bin eben im Begriff, meinen Abschied zu nehmen.

BASTIENNEAllem Anschein nach kostet es dir wenig Mühe, mich zu fliehen, Treuloser!

BASTIENUnd allem Anschein nach bist du sehr vergnügt, dass ich entschlossen bin fortzugehen.

BASTIENNEAllerdings mein Herr! Sie können ganz nach Ihrem Belleben handeln.

BASTIENIst dass dein Ernst?…Geh', sag! Sollich ich blieben?

BASTIENNEJa…Nein, nein!

SYSTEMNr. 14 - Rezitativ und Arioso

BASTIENDein Trotz vermehrt sich durch mein Leiden?

BASTIENWohlan! den Augenblick

BASTIENHol ich zu deinen Freuden

BASTIENMir Messer, Dolch und Strick.

BASTIENNEViel Glück!

BASTIENIch geh mich zu erhängen.

BASTIENIch lauf, ohn' alle Gnad,

BASTIENIm Bach mich zu ertränken.

BASTIENNEViel Glück zum kalten Bad!

für sich

BASTIENUnd sollte ich wohl ein solcher Narr sein mich in's Wasser zu stürzen?

BASTIENNEWas ist's? Was hält dich denn auf?

BASTIENNichts. Ich überlege nur, dass ich ein schlechter Schwimmer bin; und dann, dass ich vor meinem Ende noch mit dir reden muss.

BASTIENNEMit mir redem? Nein, ich höre dich nicht mehr.

SYSTEMNr. 15 - Duett

BASTIENNEGeh! Herz von Flandern!

BASTIENNESuch nur bei andern

BASTIENNEZärtlich verliebt Gehör,

BASTIENNEDenn dich, denn ich

BASTIENNELieb ich nicht mehr.

BASTIENWohl, ich will sterben;

BASTIENDenn zum Verderben

Zeigt mir dein Hass die Spur;

BASTIENDrum lass ich Dorf und Flur.

BASTIENNEFalscher! Du fliehest?

BASTIENJa, wie du siehest.

Weil dich ein andrer nimmt,

BASTIENIst schon mein Tod bestimmt.

BASTIENIch bin mir selbst zur Qual,

BASTIENKein Knecht von dem Rival.

BASTIENNEBastien! Bastien!

BASTIENWie? du rufst mich?

BASTIENNEDu irrest dich.

BASTIENNEIn deinem Blick

BASTIENNEWird nun mein Glück

BASTIENNENicht mehr gefunden.

BASTIENWo ist die süsse Zeit,

BASTIENDa dich mein Scherz erfreut?

BASTIENNESie ist anjetzt verschwunden,

BASTIENNEGeh! falscher Seele!

BASTIENNEFort! ich erwähle

BASTIENNEFür meine zarte Hand

BASTIENNEEin andres Eheband.

BASTIENNEWechsel im Lieben

BASTIENNETilgt das Betrüben

BASTIENNEUnd reizet, wie man sieht,

BASTIENNEZur Lust den Appetit.

BASTIENDoch wenn du wolltest…

BASTIENNEDoch wenn du solltest…

BASTIENSchatz mich noch nennen…

BASTIENNEDies Herz erkennen…

BASTIENNEWär meine Zärtlichleit

BASTIENNEAufs neue dir geweiht.

BASTIENIch bliebe dein allein.

BASTIENNEIch würde dein auf ewig sein.

BASTIENGib mir zu meinem Glück

BASTIENDein Herz zurück,

BASTIENUmarme mich,

BASTIENNur dich lieb ich.

BASTIENNEO Lust, o Lust

BASTIENNEFür die entflammte Brust!

BASTIENNEKomm, nimm aufs neue

BASTIENNENeigung und Treue!

BASTIENNEIch schwör dem Wechsel ab

BASTIENNEUnd lieb dich bis ins Grab.

BASTIENNEWir sind versöhnet,

BASTIENNEDie Liebe krönet

BASTIENNEUns nach dem bangen Streit

BASTIENNEDurch treue Zärtlichkeit.

SYSTEMSIEBENTER AUFTRITT

Colas tritt auf

SYSTEMNr. 16 - Terzett

COLASKinder! Kinder!

COLASSeht, nach Sturm und Regen

COLASWird ein schöner Tag gebracht,

COLASEuer Glück soll nichts bewegen;

COLASDankt dies meiner Zaubermacht.

COLASAuf! Auf! gebt euch die Hand!

COLASKnüpft die Seelen und die Herzen!

COLASNichts von Schmerzen

COLASWerd euch je bekannt.

BASTIENNELustig! lustig!

BASTIENNEPreist die Zaubereien

BASTIENNEVon Colas, dem weisen Mann!

BASTIENNEUns vom Kummer zu befreien,

BASTIENNEHat er Wunder heut' getan.

BASTIENNEAuf! auf! stimmt sein Lob an!

BASTIENNEEr stift' unsre Hochzeitsfeier.

BASTIENNEO, zum Geier, welch trefflicher Mann!

COLASAuf! auf! stimmt sein Lob an!

COLASEr stift' unsre Hochzeitsfeier.

COLASO, zum Geier, welch trefflicher Mann!