Was immer geboren ist

O. Kroupova

Was immer geboren ist, nähert sich auch

dem Tod mit der Zeit. Es läßt keine Sache

das Licht bestehn in des Lebens Gebrauch.

Was süß oder schmerzlich war, bleibt nicht erhalten,

Gedanken vergehen und Worte, die galten;

es sind der alten Ahnen Gestalten

ein Schatten im Licht und im Winde ein Rauch.

Menschen waren wir, frohe, betrübbare,

ganz, wie ihr seid.

Seht, und jetzt liegen wir als unausübbare

Erde im Licht der Lebendigkeit.

Einst waren unsere Augen vollständig

mit ihrem Scheine in jedem Loche;

jetzt ist es schwarz, hohl, schrecklich inwendig,

und das kommt so, Woche für Woche.