Wer noch ein Wirtshaus offen find´t
P. Zwetkoff
Schon schließen rasselnd Schank für Schank,
Die Steige liegen leer;
Die Bogenlampen nur drehn blank
Die großen Bälle her.
Aus Wand und Nischen flutet blind
Des Tags verhaltne Glut;
Wer noch ein Wirtshaus offen find't,
Der trifft fürwahr es gut.
Der Standuhr schwarzer Zeiger frißt
Gelassen an der Zeit;
Die Süße der Akazien ist
Nun nichts als Bitterkeit.
Aus dem Verputz der Mauern rinnt
aufs Pflaster ekle Brut;
wer jetzt noch eine Hure find't,
Der trifft fürwahr es gut.
Der untre Saum der Nacht verbleicht,
Die Weichen klicken leer;
Vom Bahnhof aus den Rutschen streicht
Der Staubwind beizend her.
In ihren blassen Höhlen sind
Die Fenster ausgeruht;
Wer jetzt noch seinen Schlummer find't,
Der trifft fürwahr es gut.