Meiner Geige

R. Czelinski

Du braunes Holz, behutsam leg'

Ich meine Hand an deine Wände,

Und prüfe Wirbel, Brett und Steg,

Ob ich kein neu Geheimnis fände.

Oft, wenn du glänzend von der Wand

Mich anblickst, scheint in dir zu rasten

Ein Ton, den noch mein Spiel nicht fand,

Den Menschenhände niemals faßten.

Oft auch beginnst du heimlich zart

In meinem Griffe zu erwarmen,

Als läg ein Freund seltsamer Art,

Ein Lieblingsfreund mir in den Armen.

Komm her! Sei noch einmal dem Drang

Der Schwermut so wie einst zu Willen,

Da du mir tröstend nächtelang

Die heiße Jugend halfest stillen!

Da war mein ängstlich fernes Ziel:

So, wie ich's heut' vermag, zu geigen...

O wäre mir und meinem Spiel

Noch jene keusche Jugend eigen!