Der Wirtin Junges Töchterlein

R. Maurmeier

Der Wirtin junges Töchterlein

ist doch ein liebes Kind,

in ihrem Kopf zwei Äugelein,

wie klare Brünnlein sind.

Sie ist so schlank als wie

ein Reh und wie die Schwalbe flink;

wenn ich das Kind von Weitem seh',

dann freut's mich, dass ich trink'.

Der Wirtin junges Töchterlein

ist eine Zauberfee,

und ihrer Äuglein klarer Schein

macht froh mein Herz und weh.

Von purem Gold in ihrer Hand

däucht mir der Krug von Zinn;

dann herrsch' ich über Volk und Land,

weil ich ein König bin.

Frau Wirtin, Eurem Töchterlein sagt,

dass sie von mir lass!

Schon gährt's in mir wie junger Wein,

bald sprengt's, ich fürcht', das Fass.

Und Liebe bricht, trotz Reif und Spund,

in mächt'ger Flut sich Bahn,

weil sie behext mich alle Stund,

müsst Ihr zum Sohn mich ha'n.