Am Meere
R. Stöhr
Laute Woge des Meeres, schwellend und immer
wieder zerschellend dringst du zur Seele
und erweckest ihr seltsam beides:
Durst nach Taten und betrachtende Ruhe.
Wär' ich ein Held, dann sitzend am Strande
dich zu hören säumt' ich am Morgen,
träumend von Siegen.
Aber des Abends länger noch horchend
weilt' ich, von deiner Stimme gefangen.
Ahnungsergriffen, selbst von dem Dämmer
halb verhüllet, spräch' ich Vieles
mit des Schicksals mächtiger Tochter,
fragend die Norne.