Der Tannenbaum

Wagner, Richard

Der Tannenbaum steht schweigend,

Einsam auf grauer Höh';

Der Knabe schaukelt im Nachen

Entlang dem blauen See.

Tief in sich selbst versunken

Die Tanne steht und sinnt,

Der Knabe kos't der Welle,

Die schäumend vorüberrinnt.

"Du Tannenbaum dort oben,

Du alter finstrer Gesell,

Was schaust du stets so trübe

Auf mich zu dieser Stell'?"

Da rühret er mit Trauern

Der dunklen Zweige Saum,

Und spricht in leisen Schauern,

Der alte Tannenbaum:

"Daß schon die Axt mich suchet

Zu deinem Todenschrein,

Das macht mich stets so trübe,

Gedenk' ich Knabe, dein."