Schlaf ein, holdes Kind
Wagner, Richard
Schlaf' holdes Kind,
ich wieg' dich in Schlummer,
fern dir noch sind
die Thränen, der Kummer,
schläfst lachend noch ein:
dein Lächein schafft Schmerzen
mir innen im Herzen,
schlaf', Kindchen bist mein!
Schlaf', auf dem Schooss
der Mutter, der armen,
grausames Loos
raubte ihn ohn' Erbarmen,
jetzt steh' ich allein;
ein Glück nur ist offen,
auf dich darf ich hoffen;
schlaf', Kindchen bist mein!
Schlaf' ein sonder Harm,
dich hält bis zum Morgen
dein Schutzgeist im Arm,
da bist du geborgen,
ich wiege dich ein,
entschlummre mit Lachen,
ich will dich bewachen,
schlaf', Kindchen bist mein!