Nacht, stille Nacht

S. Ebel

Nacht, stille Nacht, in die verwoben sind

ganz weiße Dinge, rote, bunte Dinge,

verstreute Farben, die erhoben sind

zu einem Dunkel, einer Stille, – bringe

doch mich auch in Beziehung zu dem vielen,

das du erwirbst und überredest.

Und schlichte Kost: Gemüse, Mus und Brot,

und schlichten Schlaf, traumleise, nah am Tod,

und Müdigkeit, und um das Abendrot

an jedem Tage ein Gebet.

Und kein Gebet dem andern gleich;

ein jedes neu aus neuem Tag gelöst,

von neuen Dingen eingeflößt,

von irgendeiner neuen Liebe reich,

des Tages Frucht, die ohne Wind, erfasst

von ihrer eignen voll gewordnen Last,

sich fallen lässt und fällt und fällt,

bis Gott sich ihr entgegenhält

wie eine Wiese, welche wellt...

da fällt sie weich...