Reich mir Musik

S. Ebel

Reich mir Musik! Was bin ich aufgewacht?

Wer du auch seist, an die ich grad gedacht,

reich mir Musik! Spiel! Es ist Nacht.

Und jeder wachsende Akkord hat Raum,

so groß zu werden wie ein großer Baum,

der seit Jahrhunderten schon steigt und rauscht.–

Ich weiß nicht, wenn mein ganzes Leben lauscht,

Ich weiß nicht, wer mein ganzes Leben spielt.

Tranken meine Sinne Musik?

Schwieg die Nacht?

Stand ich allein?

Die Luft ist schwer

von Worten. Sprach ich? Mit wem zu zwein?

Redeten viele auf mich ein?–

Und wer war der,

der schwieg?

Geh schlafen jetzt, du, an die ich gedacht,

wer du auch seist.

Es ist schon viel zuviel Nacht,

was du weißt.