Schwüle

S. Hausegger

Trüb verglomm der schwüle Sommertag,

Dumpf und traurig tönt mein Ruderschlag

Sterne, Sterne -- Abend ist es ja --

Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Bleich das Leben! Bleich der Felsenhang!

Schilf, was flüsterst du so frech und bang?

Fern der Himmel und die Tiefe nah --

Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Eine liebe, liebe Stimme ruft

Mich beständig aus der Wassergruft --

Weg, Gespenst, das oft ich winken sah!

Sterne, Sterne, seid ihr nicht mehr da?

Endlich, endlich durch das Dunkel bricht --

Es war Zeit! -- ein schwaches Flimmerlicht --

Denn ich wußte nicht, wie mir geschah.

Sterne, Sterne, bleibt mir immer nah!