An die Königin Elisabeth
Schumann, Robert
Nur ein Gedanke, der mich freut und quält,
Hält ewigwechselnd
mir den Sinn gefangen,
Sodaß der Furcht und Hoffnung Stimmen klangen,
Als ich die Stunden ruhelos gezählt.
Und wenn mein Herz dieß Blatt zum Boten wählt,
Und kündet, Euch zu sehen, mein Verlangen,
Dann, theure Schwester, fasst mich neues Bangen,
Weil ihm die Macht, es zu beweisen fehlt.
Ich sah
den Kahn, im Hafen fast geborgen,
Vom Sturm im
Kampf der Wogen festgehalten,
Des Himmels heit'res Antlitz nachtumgraut.
So bin auch ich bewegt von bangen
Sorgen,
Vor Euch nicht, Schwester! Doch des Schicksals Walten
Zerreißt das Segel oft, dem wir vertraut.