Jagdmorgen

Schumann, Robert

O frischer Morgen, frischer Mut,

Wie will ich euer gedenken!

Wer weiß, wird mir ein solches Gut

Der Himmel nochmals schenken:

Daheim die Meinen treu und lieb,

In mir der rege Lebenstrieb,

Und über mir die Sterne.

Der Morgen löscht sich langsam aus,

Er wirft mit Wind die Bäume;

Ich tret' aus dunklem Jägerhaus,

Verprustend die kurzen Träume.

Es saugt der Mund die frische Luft,

Die Brust schlingt herben Waldesduft,

Es hofft das Herz, was weiß ich!

Da gehn die großen Pläne auf

In des Morgens düstrer Frische,

Da wirft man Taten und Welten zu Hauf,

Fährt grade und quer wie die Fische;

Und wenn besorgt der Jäger fragt:

Sie sind wohl schlimm und mißbehagt?

Ach nein, ich bin nur munter!

Und klarer, freier wird der Drang,

Je mehr der Tag sich lichtet,

Der Wintervogel versucht Gesang,

'S ist Alles so wohl gerichtet.

Herr Gott, in Deinem großen Haus,

Wie schwer mag's sein, wie leicht sieht's aus,

Hab' Dank für Jagd und Atmen!