Heimliches Verschwinden

Schumann, Robert

Nachts zu unbekannter Stunde

Flieht der liebe Lenz die Flur,

Küßt, was blüht, still in der Runde

Und verschwindet sonder Spur.

Rings von seinen Küssen prangen

Früh die Blumen hold verschämt,

Daß an ihrem Mund zu hangen,

Schmetterling sich nicht bezähmt.

Doch die Leute draußen sagen,

Daß der Lenz vorüber sei;

Und an wetterheißen Tagen

Kennt man Sommers Tyrannei.

Und wir denken dran beklommen,

Daß der Lenz so heimlich floh;

Daß er Abschied nicht genommen,

Ach! das läßt uns nimmer froh.

Also schmerzt es, geht das erste

Lieb ohn' Abschied von uns fort.

Ruhig trügen wir das Schwerste,

Spräch' sie aus das Scheidewort.