Bruder Liederlich

Strauss, Richard

Die Feder am Sturmhut

in Spiel und Gefahren,

Halli.

Nie lernt' ich im Leben fasten, noch sparen

Hallo.

Der Dirne lass ich die Wege nicht frei;

Wo Männer sich raufen

, da bin ich dabei,

Und wo sie saufen, da sauf ich für drei.

Halli und Hallo.

Verdammt, es blieb mir ein Mädchen hängen,

Halli.

Ich kann sie mir nicht

aus dem Herzen zwängen,

Hallo.

Ich glaube, sie war erst sechzehn Jahr,

Trug rote Bänder im schwarzen Haar

Und plauderte wie der lustigste

Staar.

Halli und Hallo.

Was hatte das Mädel zwei frische Backen,

Halli.

Krach, konnten

die Zähne die Haselnuß knacken,

Hallo.

Sie hat mir das Zimmer mit Blumen

geschmückt,

Die wir auf heimlichen Wegen gepflückt;

Wie hab ich dafür ans Herz sie gedrückt!

Halli und Hallo.

Ich schenkt ihr ein Kleidchen von gelber Seiden,

Halli.

Sie sagte, sie möcht mich unsäglich gern leiden,

Hallo.

Und als ich die Taschen ihr vollgesteckt

Mit Pralinés, Feigen und feinem Konfekt,

Da hat sie von morgens bis abends geschleckt.

Halli und Hallo.

Wir haben süperb uns die Zeit vertrieben,

Halli.

Ich wollte, wir wären zusammen geblieben,

Hallo.

Doch wurde die Sache mir stark ennuyant;

Ich sagt' ihr, daß mich die Regierung ernannt,

Kamele zu kaufen in Samarkand.

Halli und Hallo.

Und als ich zum Abschied die Hand gab der Kleinen,

Halli.

Da fing sie bitterlich an zu weinen,

Hallo.

Was denk ich just heut ohn

Unterlaß,

Daß ich ihr so rauh gab

den Reisepaß...

Wein her, zum Henker, und da liegt Trumpf Aß!

Halli und Hallo.