Für funfzehn Pfennige
Strauss, Richard
Das Mägdlein will ein' Freier habn,
Und sollt' sie'n aus der Erde grabn,
Für funfzehn Pfennige.
Sie grub wohl ein, sie grub wohl aus
Und grub nur einen Schreiber heraus,
Für funfzehn Pfennige.
Der Schreiber hatt' des Gelds zu viel,
Er kauft dem Mädchen, was sie will,
Für funfzehn Pfennige.
Er kauft ihr einen Gürtel schmal,
Der starrt von Gold wohl überall,
Für funfzehn Pfennige.
Er kauft ihr einen breiten Hut,
Der wär' wohl für die Sonne gut,
Für funfzehn Pfennige.
Der Schreiber
Wohl für die Sonn', wohl für den Wind,
Bleib du bei mir, mein liebes Kind,
Für funfzehn Pfennige.
Bleibst du bei mir, bleib' ich bei dir,
All meine Güter schenk' ich dir,
Sind funfzehn Pfennige.
Mägdlein
Behalt dein Gut, laß mir mein'n
Mut,
Kein' andre leicht
dich nehmen tut,
Für funfzehn Pfennige.
Schreiber
Dein' guten Mut, den mag ich nicht,
Hast traun von treuer Liebe nicht,
Für funfzehn Pfennige.
Dein Herz ist wie ein Taubenhaus,
Fliegt
einer nein, der andre aus,
Für funfzehn Pfennige.