Nur Mut!

Strauss, Richard

Lass' das Zagen, trage mutig

Deine Sorgen, deine Qual,

Sei die Wunde noch so blutig,

Heilen wird sie doch einmal.

Unter tiefer Eisesdecke

Träumt die junge Knospe schon,

Daß der Frühling sie erwecke

Mit der Lieder holdem Ton.

Nur empor den Blick gewendet,

Und durch düst'res Wolkengrau

Bricht zuletzt, daß es dich blendet,

Glorreich noch des Himmels Blau.

Aber auch die trüben Stunden

Und die Tränen, die du weinst,

Glaub', wie Freuden, die entschwunden,

Süßer scheinen sie dir einst.

Und mit Wehmut, halb nur heiter,

Scheidest du für immerdar

Von dem Leiden, dem Begleiter,

Der so lange treu dir war.