Unterm Fenschter
Nessler, Victor
Schtill ischt's, koi Blättle regt sich meh,
Im diefschte Schlôf scheint alles z'schteh,
Au 's Rösle vor dei'm Lädle;
Blos d'Schternle no, die klüger sind,
Sind wach und gucket sich schier blind
Nôch dir, du herzigs Mädle.
Und i, der Nachtschtill' gwohnter Gascht,
Guck au nôch dir mit Seelebrascht,
Oft bis zum helle Morge;
Und aber du, an Engel no',
Merkscht in dei'm Bettle nex devo,
Schlôfscht goldig, wohlgeborge. --
O wär i d'Nachtigall zur Schtund,
Wie wollt i net aus Herzensgrund
Dir jetzt von Liebe singe!
Hell sollt erschalle Ruf um Ruf:
Wach uf, mei Dausetschö', wach uf,
Zum seligschte Vollbringe!
Môcht hange dir an Lipp und Wang
Und kusse di, so lang, so lang,
Ohn' Enden und Erkalte,
Bis daß du mir in d'Auge säht'scht
Und liebverschtohle sage thät'scht:
"Dô hôscht me, kà'scht me b'halte."