Über alles die Liebe

V. Righini

Glücklich, wem die stille Freude

Heiliger Natur genügt!

Seht, wie rings ihm Kränze blühen,

Wie ihm Lenz und Maiflur glühen,

Wie der Himmel vor ihm liegt!

Glücklich, wer den Pfad der Tugend

Reinen Herzens niederwallt:

Unschuldsvoll die Lust genießet,

Die auf jeder Flur ihm sprießet,

Ihm aus jedem Hain erschallt!

Glücklich, wer den Gang des Ruhmes

Sichern Schrittes kommt und geht:

Sein Gedächtniß schwindet nimmer;

Ewig strahlt des Kranzes Schimmer,

Der in seinen Locken weht!

Glücklich, wen die süße Freiheit

Rettet von des Drängers Spott:

Keinem Kaiser darf er weichen!

Göttern ist er zu vergleichen;

Selber ist er schon ein Gott!

Glücklich, glücklich, wem die Freundschaft

Ihre Hand der Treue gibt:

Wen ein Freund durch's Leben leitet,

Wie sein Genius begleitet,

Und auf nun und ewig liebt!

Aber glücklich, drei Mahl glücklich,

Wen die Liebe glücklich macht!

Alles Heil hat er empfauen;

Alle Seligkeiten nahen

Ihm bei Tage, wie bei Nacht!