Briefe, nun mein! Tot, bleich und lautlos dauernd!

V. Ullmann

Briefe, nun mein! Tot, bleich und lautlos dauernd!

Und doch wie meine Hand sie bebend heut

am Abend aufband: wunderlich erschauernd

und wie belebt in meinen Schoß gestreut.

In diesem wünscht er mich zum Freund. Und der

bestimmt, an dem ich ihm die Hand gereicht,

den Tag im Frühling... Und ich weinte mehr

darum als nötig scheint. Und der, sehr leicht,

enthält: Ich liebe dich; und warf mich hin

wie Gott mit Kommendem verwirft was war.

Und der sagt: Ich bin dein,- die Tinte drin

verblich an meines Herzens Drängen. Ger

erst dieser... Lieber, du hast selbst verwirkt,

daß ich zu sagen wagte, was er birgt.