Sag immer wieder und noch einmal sag

V. Ullmann

Sag immer wieder und noch einmal sag,

daß du mich liebst. Obwohl dies Wort vielleicht,

so wiederholt, dem lied des Kuckucks gleicht

wie du's empfandest: über Tal und Hag

und Feld und Abhang, beinah allgemein

und überall, mit jedem Frühling tönend.

Geliebter, da im Dunkel redet höhnend

ein Zweifelgeist mich an; ich möchte schrein:

«Sag wieder, daß du liebst.» Wer ist denn bang,

daß zu viel Sterne werden: ihrem Gang

sind Himmel da. Und wenn sich Blumen mehren,

erweitert sich das Jahr. Laß wiederkehren

der Kehrreim deiner Liebe. Doch entzieh

mir ihre Stille nicht. Bewahrst du sie?