Pharao und Joseph

W. Keller

Pharao verstößt seine blühenden Weiber,

Sie duften nach den Gärten Amons.

Sein Königskopf ruht auf meiner Schulter,

Die strömt Korngeruch aus.

Pharao ist von Gold.

Seine Augen gehen und kommen

Wie schillernde Nilwellen.

Sein Herz aber liegt in meinem Blut.

Zehn Wölfe gingen an meine Tränke.

Immer denkt Pharao

An meine Brüder,

Die mich in die Grube warfen.

Säulen werden im Schlaf seine Arme

Und drohen.

Aber sein träumerisch Herz

Rauscht auf meinem Grund.

Darum dichten meine Lippen

Große Süßigkeiten,

Im Weizen unseres Morgens.