Sulamith

W. Keller

O, ich lernte an deinem süßen Munde

Zuviel der Seligkeiten kennen!

Schon fühl ich die Lippen Gabriels

Auf meinem Herzen brennen...

Und die Nachtwolke trinkt

Meinen tiefen Cederntraum.

O, wie dein Leben mir winkt!

Und ich vergehe

Mit blühendem Herzeleid

Und verwehe im Weltraum,

In Zeit,

In Ewigkeit,

Und meine Seele verglüht in den Abendfarben

Jerusalems.