Des Todes sicher, nicht der Stunde, wann
Rihm, Wolfgang
Des Todes sicher, nicht der Stunde, wann,
Das Leben kurz, und wenig komm ich weiter.
Den Sinnen zwar scheint diese Wohnung heiter,
der Seele nicht, sie bittet mich: stirb an.
Die Welt ist blind, auch Beispiel kam empor,
dem Bessere Gebräuche unterlagen;
das Licht erlosch und mit ihm alles Wagen;
das Falsche frohlockt, Wahrheit dringt nicht vor.
Ach wann, Herr, gibst du das, was die erhoffen,
die dir vertrauen? Mehr Zögern ist verderblich,
es knickt die Hoffnung, macht die Seele sterblich.
Was hast du Ihnen so viel Licht verheißen,
wenn doch der Tod kommt, um sie hinzureißen,
in jenem Stand, in dem er sie betroffen.