Schon angelangt ist meines Lebens Fahrt

Rihm, Wolfgang

Schon angelangt ist meines Lebens Fahrt

Im schlechten Schiff durch Stürme übers Meer

Am Hafen Aller, wo die Wiederkehr

Nicht Einem harte Rechenschaft erspart.

Da seh ich nun die Phantasie, die oft

Als Abgott thronte durch der Künste Gnaden,

Wie falsch sie war, von Irrtum überladen,

und was ein jeder, sich zum Nachteil, hofft.

Verliebtes Denken, einstens froh und leer,

Was ist's mirs jetzt vor zweien Toden wert?

Des einen bin ich sicher, einer droht.

Malen und Bilden stillt jetzt längst nicht mehr

Die Seele, jener Liebe zugekehrt,

Die offen uns am Kreuz die Arme bot.