Jock von Hazeldean

W. Sturm

„Was lehnst du Maid am Söller hier

Mit Augen roth, verweint? --

Wird als Gemahl doch morgen dir

Mein jüngster Sohn vereint.

So laß den Troß und werde froh

Des Glücks, das dir verlieh'n!” --

Doch ihre Thränen strömten, o!

Um Jock von Hazeldean.

„O Maid, dein Zürnen legt sich schon,

Mein Wunsch sei dir Befehl!

Mein Sohn ist Herr von Erington

Und Laird von Langley-Dale,

Er, dessen Schwert noch jeder floh,

Wenn er zum Kampf erschien! --”

Doch ihre Thränen strömten, o!

Um Jock von Hazeldean.

„Prachtbänder geb ich dir genug;

D'rin fange dein Goldhaar ein;

Ein flüchtiger Falke, kühn zum Flug,

Und ein milchweiß Roß sei dein!

Als Jägerfürstin sollst du so

Den Forst mit uns durchzieh'n! --”

Doch ihre Thränen strömten, o!

Um Jock von Hazeldean.

Im Dome längst in Chor und Gang

Von Gold und Kerzen flammt's;

Die Frau'n und Ritter warten lang,

Der Priester harrt des Amts.

Man sucht die Braut in Angst und Schreck', --

Doch über die Grenze flieh'n

Die Maid und ihr Entführer keck,

Ihr Jock von Hazeldean.