Abends

W. Veit

Erfrischend sinkt der Abend

Herab auf Feld und Au,

Und sendet mild erlabend

Den Blüthen seinen Thau.

Schon düster ist's hier innen,

Doch fern winkt ros'ger Schein,

Und Purpurfäden spinnen

Sich durch's Gezweig herein.

Und durch des Laubdachs Ritze

Blickt Gluthgewölk herab,

Und spiegelt einzle Blitze

Im nahen Springquell ab.

Die Vögel flattern müde

Dem dunklen Dickicht zu,

Und mit dem letzten Liede

Entschlummern sie zur Ruh'.

O schlummert, schlummert süße,

Und stärkt die kleine Brust,

Daß heller Sang begrüße

Des nächsten Tages Lust!