Nachts
W. Veit
Ein neblig Dunkel herrscht ringsum,
Und Alles ruht so todesstumm,
Nur träge Eulen hüpfen schwer
Auf Zweigen hohler Bäum' umher.
Wohin ich scharfen Blickes schau',
Ist Alles weitum Grau in Grau,
Der Felsen dort, die Quelle hier,
Die Blätterdecke über mir.
Doch plötzlich durch die Decke bricht
In blassen Streifen Mondenlicht
Und zitternd spielt der Sterne Schein
Durch leichtes Blattgewind herein.
Und sausend schwingt der Eulen Chor
In hohe Wipfel sich empor,
Und heult in Tönen, dumpf und lang,
Der Mitternacht den Lobgesang.
Lobt Jeder doch, was ihm gefällt,
Drum lob' ich mir die ganze Welt,
Den Wald vor Allem, der mich freut,
In jeder Nacht- und Tageszeit.