Frundsbergs Tod
W. Weber
Hört's alle, ihr lieben Brüder mein,
nun soll ein bitter Trauern sein:
Zu Mindelheim bei Fackelschein,
da gruben sie eine Leichen ein.
Der Landsknecht Vater, der alte Held
und unser Hauptmann im Schlachtenfeld,
Herr Georg Frundsberg lobesan,
gestorben ist der fromme Mann.
Wer sorgt für uns, wer führt uns an?
wer trägt voraus des Kaisers Fahn'?
Wie Kindlein wir verlassen steh'n,
von denen musst' der Vater geh'n.
Wo find't ihr ein Herz so stark und gut,
wo find't ihr so edlen Heldenmut,
der allerorten wohl hat gesiegt?
Und nun dies alles begraben liegt!
Nach Mindelheim zieh'n wir zuhauf
zu Frundsbergs Grabstatt nun hinauf
und singen ein traurig Landsknechtlied
als Klage, dass er von uns schied.
Wir pflanzen die Fähnlein in einen Kreis
und schmücken die Hüt' mit Tannenreis;
dann soll der Pfaff' uns halten ein Amt,
dabei wir andächtig beten allsamt,
und eine Predigt zu Frundsbergs Ehr';
dann soll er weih'n unser Waffen und Wehr
bei Trommelschlag und Pfeifenklang
auf diesem letzten schweren Gang.
Hört's alle, ihr lieben Brüder mein,
nun soll ein bitter Trauern sein:
Wie Kindlein wir verlassen steh'n,
von denen musst' ihr Vater geh'n.