An mein Kind

A. Fries

Deine Thränen seh' ich fliessen,

Weiss, welch bittere es sind;

Denn, was dir das Herz zerrissen,

Schmerzt mich tiefer noch, mein Kind.

Sollst auch du, so jung an Jahren,

Schon zu deinem herben Leid

All die Schlechtigkeit erfahren,

Der uns unser Stand geweiht!

Suche keinen Trost von aussen,

Schliess dein Herz vor andern zu!

Hässlich wüten die da draussen

Und vergiften deine Ruh'.

Gerne wollten sie verspielen

Deines ganzen Lebens Glück;

Ihren Vorteil zu erzielen,

Scheuen sie vor nichts zurück.