Mein Kamerad war ein Knabe

A. Vogel

Mein Kamerad war ein Knabe,

Der schönste vom ganzen Reich,

Stark mit dem geschälten Stabe,

Kein Anderer kam ihm gleich.

Wir trieben auf grüne Matten

Des Vaters Heerden zumal,

Dort grasten sie gern im Schatten

Am Bach im düsteren Thal.

Im Erlenbusche, verborgen

Von Blättern und standigem Gras,

Dem Wellengemurmel zu horchen,

Ich stundenlang mit ihm saß.

Das war ein heimliches Wehen

Tief unten im silbernen Bach;

Wir glaubten das zu verstehen,

Was flüsternd er zu uns sprach.

Er war ein wackerer Knabe,

So stille, herzlich und gut!

Er ruhet im feuchten Grabe,

Verschlungen von dieser Fluth.