Vierte Nacht

C. Banck

Sieh'! An tief gebeugte Weiden

hing ich meine Kränze auf,

Kränze meiner Liebesleiden,

Liebesgruß und Liebesscheiden

sieht der Quelle lichter Lauf.

Ach, sie hört's und wird nicht trübe

von dem traurigen Gesang,

denn ob unglücksel'ge Liebe

Stamm und Wurzel untergrübe,

Lieb' ist doch ein süßer Klang!

In der Rüster dunkle Rinde

grub ich, ach, mit scharfem Stahl

Namen süß von meinem Kinde,

herz und Pfeil und Flamm' und Binde,

Zeichen meiner Liebesqual.

Und in meiner Kränze Zweigen

nistet nun ein Taubenpaar.

Ach, wo kaum die Tränen schweigen,

singen sie von Liebesreigen

morgens ach so wunderbar.