Zweite Nacht
C. Banck
Was soll mir das bedeuten,
dass du so langsam ziehst
und so von allen Seiten
nach schön Lindoren siehst?
Wohl blickst du her und sie blickt hin
und Seufzer flicht an Seufzer hin.
Hast Wangen nicht wie Rosen
und keine Arme lind,
und ach, dein süß'stes Kosen
ist mitternächt'ger Wind.
Doch blickst du her und sie blickt hin,
geheim und lang' und Lieb' im Sinn.
So will ich Armer stehen
vor ihrem Kämmerlein,
bis ich so bleich zu sehen
wie bleicher Mondesschein.
Dann sieht sie wohl auch nach mir her
und fragt mich, ob der Mond ich wär'.