Während die Trennung

Brahms

Mein Schatz, der

ist auf die Wanderschaft hin,

Ich weiß aber nicht, was ich so traurig bin,

Vielleicht ist er todt und liegt in guter Ruh,

Drum bring ich meine Zeit so traurig zu.

Als ich mit meim

Schatz in die Kirche wollte

gehn,

Viel falsche falsche Zungen unter

der Thüre stehn,

Die eine redt dies, die andere redt

das,

Das macht mir gar oft die Äuglein naß.

Die Disteln und die Dornen, die stechen also

sehr,

Die falschen, falschen Zungen aber noch viel mehr,

Kein Feuer auf Erden auch

brennet also

heiß

Als heimliche Liebe, die niemand nicht weiß

Ach herzlieber

Schatz, ich bitte dich noch

eins,

Du wollest auch bei meinem Begräbnis seyn,

Bei meinem Begräbnis

bis

ins kühle Grab,

Dieweil ich dich so treulich

geliebet hab.

Ach Gott! was hat mein Vater und Mutter gethan,

Sie haben mich gezwungen zu einem ehrlichen Mann,

Zu einem ehrlichen Mann, den ich nicht geliebt,

Das macht mir ja mein Herz so betrübt.