Der Königssohn I

C. Kreutzer

Der Jüngling steht auf dem Verdeck,

Sieht seine Schiffe fahren,

Die Sonne strahlt, es spielt die Luft

Mit seinen goldnen Haaren.

Das Ruder schallt, das Segel schwillt,

Die bunten Wimpel fliegen,

Meerfrauen mit Gesang und Spiel

Sich um die Kiele wiegen.

Er spricht: "Das ist mein Königreich,

Das frei und lustig streifet,

Das um die träge Erde her

Auf blauen Fluten schweifet."

Da ziehen finstre Wolken auf

Mit Sturm und mit Gewitter.

Die Blitze zucken aus der Nacht,

Die Maste springen in Splitter.

Und Wogen stürzen auf das Schiff,

So wilde, Bergen gleiche;

Verschlungen ist der Königssohn

Sammt seinem lust'gen Reiche.