Der Königssohn III

C. Kreutzer

Der König und die Königin,

Sie stehen auf dem Throne,

Da glüht der Thron wie Morgenrot,

Wie steigende Sonn die Krone.

Viel stolze Ritter stehn umher,

Die Schwerter in den Händen,

Sie können ihre Augen nicht

Vom lichten Throne wenden.

Ein alter, blinder Sänger steht,

An seiner Harf gelehnet,

Er fühlet, daß die Zeit erschien,

Die er so lang ersehnet.

Und plötzlich springt vom hohen Glanz

Der Augen finstre Hülle.

Er schaut hinauf und wird nicht satt

Der Herrlichkeit und Fülle.

[Er greifet in sein Saitenspiel,

Das ist gar hell erklungen,

Er hat in Licht und Seligkeit

Sein Schwanenlied gesungen.]