Am Strand

C. Ressler

Der Hauch, der die schäumende

Meerfluth erregt,

O wie er das träumende

Herz mir bewegt!

Es wälzen sich Hügel

Von Wogen daher;

O wüchsen mir Flügel,

Ich flög' über Meer!

Einst hört' ich durch tosendes

Branden der Fluth

Zuerst dein liebkosendes:

"Bist du mir gut?"

Und denk' ich der Zeiten,

So fühl' ich gerührt

Die klagendsten Saiten

Der Seele berührt.

Schon glüh'n, über'm dunkelnden

Ufer entfacht,

Hoch oben die funkelnden

Leuchten der Nacht;

Dort strahlt im Gewimmel

Der glänzendste Stern...

Doch du und der Himmel

Wie seid ihr fo fern!