Die Müllerin
C. Ressler
Die Mühle dreht die Flügel
Dort droben auf dem Hügel.
Der Müller sieht zum Fenster 'naus
Und schauet nach dem Winde aus:
Ich dreh' mich nach dem Winde.
Wer heut' sein Glück will bauen,
Muß nach dem Winde schauen!
[Und wenn kein Wind sich rühren will,
Dann stehen Rad und Flügel still.
Ich dreh' mich nach dem Winde!]
[Stets nach des Wind's Belieben
Muß ich die Mühle schieben.]
'Sist freilich oft für mich Verdruss,
Dass ich vom Winde leben muss.
Ich dreh' mich nach dem Winde.
Der Wind und auch das Glücke,
Sie haben ihre Tücke.
[Der Müller und der Hahn am Dach',
Sie beide tun dieselbe Sach':
Sie dreh'n sich nach dem Winde!]
[Woher der Wind mag kommen,
Er muß doch stets ihm frommen;]
Der Müller denkt: ich bin gescheut,
Ich mach' es so wie viele Leut':
Ich dreh' mich nach dem Winde.