Da droben auf dem Berge

C. Sinding

Da droben auf dem Berge steht

Ein Schloss von Marmelstein;

Vom Turm das bunte Banner weht,

Wie stolz! im Sonnenschein;

Bei Tage Lust und Prunk und Pracht,

Doch Graun! o Graun der Mitternacht!

Um Mitternacht, wenn alles schweigt,

Wenn Saal und Halle leer,

Welch feuchter Hauch des Grabes streicht

Den finster Gang daher?

Und markerkältend - welch ein Ton?

O, still, und rede nicht davon.

Zieh nicht ins Schloss, hellaugig Kind,

Ich rat' es, sei gewarnt;

Zu Eis dein warmes Blut gerinnt,

Wenn dich der Spuck umgarnt.

Hellaugig Kind, ich rat es dir:

Du kennst mich nicht; lass ob von mir.