Ich neide nicht die goldnen Säle
C. Sinding
Ich neide nicht die goldnen Säle,
Den Reichen nicht das Schwelgermahl;
Ich neide nicht die süsse Kehle
Den Sängern und der Nachtigall.
Des Ruhmes Glanz mag ich entbehren,
Den schönen Himmelsglorienschein,
Und dieser Erden flücht'ge Ehren
Gelassnen Muttes geb' ich drein.
Doch wenn ich in der Dämmerstunde
Zwei junge Buhlen wandeln seh,
Mein einsam Herz, dann brennt die Wunde,
Dann schreist du auf vor Neid und Weh.