Gruß an die Heimat
C. von Seckendorff
Ich sehe dich, es ist kein Traum,
Dich Thal, wo ich erwacht ins Leben!
Die Wiese dort und hier der Baum,
Wo noch der Kindheit Bilder schweben.
Ach, traurig (dies ist einst von hier),
Entsagend jedem Lebensglücke,
Es folgte nur die Liebe mir,
Allein die Hoffnung blieb zurücke.
Zwar Blumen fand ich auswärts auch,
Und Bäume, die von Obst sich bogen,
Doch süßer schmeckt die Frucht vom Strauch,
Den wir uns selber groß gezogen.
Nichts geht doch übers Vaterland,
Das Schicksal selbst herrscht hier gelinder,
Im Haus, wo unsre Wiege stand,
Steht auch die Wiege unserer Kinder.
Hier ist's, wo Herzen ohne Trug
Die Liebe bis zum Grab verbindet,
Treue um den Aschentrug
Einst noch des Brauttags Myrten windet.