Der schwedischen Garde Gesang

E. Breslaur

Die schwedische Garde, die blaue, naht;

wie schließt sie so dicht die Glieder,

und wer auch ihr sperre den Siegespfad,

im Sturme wirft sie ihn nieder.

Was schert sie des lauernden Feindes Geschoß,

sie geht mit dem Bajonett darauf los.

Als Sieger einst auf Germaniens Feld

um den König standen die Blauen.

Die Garde bezwang in Waffen die Welt,

sie kämpfte voll Gottvertrauen.

Und der Strand bei Harva hat sie geseh'n,

im Sieg je Einer wohl gegen Zehn!

Und Lützen, o Glanz um der Kühnen Grab,

das umschloss die Garde, die gelbe,

die den König zu rächen ihr Herzblut gab,

im Leben und Sterben dieselbe.

Der Brahe voran, so sank sie zu Hauf,

der Tod selbst löst ihre Reih'n nicht auf.

Wie die Väter dachten, so denken wir nun;

sollt' des Königs Kriegsruf erschallen,

wir schwören als Männer den schwedischen Schwur,

zu siegen oder zu fallen.

Die Garde nicht weicht, sie hält ihr Gebot,

bis zur letzten Must'rung, bis in den Tod.

Die Fahnen hoch mit dem Schwur voran,

sie nimmer dem Feinde zu lassen,

so lang' sie der Garde letzter Mann

noch im Todeskampf kann erfassen.

Das schneeweiße Tuch mit der Schrift von Gold,

auf uns'rem Grabe sei es entrollt.