Der Knab' ging zum Walde

E. Flügel

Der Knab' ging zum Walde wohl tagelang,

Wohl tagelang.

Dort hatt' er vernommen so seligen Sang,

seligen Sang.

Der Knab' aus Schilf eine Flöte sich schnitzt,

Flöte sich schnitzt,

Und prüft, ob der Ton wohl darinnen sitzt,

Darinnen sitzt.

Es flüstert der Ton, und dann nannte er sich,

Nannte er sich,

Doch kaum war er da, als er wieder entwich,

Wieder entwich!

Oft wenn er schlummert, dann naht' er leis,

Naht' er leis,

Bestrich ihm die Stirne mit Liebe so heiss,

Liebe so heiss.

Wollt' ihn dann fangen, doch schnell er erwacht,

Schnell er erwacht.

Denn fest hing der Ton in der bleichen Nacht,

Bleichen Nacht.

Herr, o mein Gott, ach nimm mich zu dir,

nimm mich zu dir.

Der Ton hat verzaubert die Sinne mir,

Sinne mir.

Der Herr versetzte: "Er ist dir ja hold,

Ist dir ja hold!

Wenn auch nie eine Stunde er bleiben wollt',

Bleiben wollt!"

Ach, weiss doch manch' herrliche Melodie,

Melodie!

Doch diese such ich und finde sie nie!

Finde sie nie! --